Forschungsgemeinschaft Indien und Südasien e. V.

Die deutsche Studiengruppe für die Postgeschichte und Philatelie des Indischen Subkontinents / Südasiens

Fragen & Antworten



Allgemeines:Immer wieder erreichen die FGI Fragen zu unseren Sammelgebieten. Teils stellen unsere Mitglieder Fragen, teils wenden sich auch Nicht-Mitglieder an uns und bitten um Hilfe. Soweit die Fragen von allgemeinem Interesse sind, werden sie hier veröffentlicht.
Alle Besucher dieser Internet-Seiten werden gebeten, Ihre Beiträge zur Lösung der Fragen an die FGI zu senden. Sie können dazu unser Kontaktformular nutzen, oder zu einem der Vorstandsmitglieder Kontakt aufnehmen. Beiträge, die als Antwort hilfreich sind, werden hier veröffentlicht.
Antworten und Diskussionsbeiträge (ausser rein privater oder vertraulicher Information) sollten immer über diese Plattform laufen, um alle Mitglieder zu informieren und einzubeziehen.
Fragen & Antworten werden zur Dokumentation in den nächsten Indien-Report übernommen und anschliessend in das Archiv gestellt, sofern die Information von gewisser Relevanz ist.
Das Archiv enthält ältere, bereits bearbeitete Fragen und die Antworten.
Die Einträge im Archiv sind nach Ländern und Themen gelistet.


04.09.2017: Mr. Islam zeigt uns einen Beleg zu Portugiesisch-Indien 1945 mit der folgenden Anmerkung und Frage: "Ein Brief abgesendet von Messrs. Volkart Brothers aus Marmagoa, Portugiesisch-Indien nach London vom 22 Juli 1945 in den elenden letzten Tagen des 2. Weltkriegs. Nebenbei bemerkt, Volkart Brothers war eine Schweizer Firma, die in allen grösseren Städten Britisch-Indiens Zweigstellen unterhielt. Der Umschlag zeigt auf der Rückseite eine Anzahl interessanter Marken: 1 Rupia Portuguese India mit Vasco da Gama's Flaggschiff, ein Paar mit 2 1/2 tgs., eine einzelne mit 3 1/2 tgs. Wert, und ein Paar mit 4 1/2 tgs.aus der Ausgabe Flugzeug über Weltkugel mit der Inschrift "Correios Telegrafos Estado Da India". Auf der Vorderseite gibt es den handschriftlichen Vermerk 'Karachi - Durban' obwohl der Brief die Zensurstelle Bombay DHC /2 durchlief. Warum wurde der Brief über Durban geleitet? So weit ich weiss wurde diese Luftpostroute, auch bekannt als 'the Horseshoe Route', genutzt für Britische Geschäftspost nach dem Fall von Singapur und wurde sehr viel genutzt zwischen 1942 und 1944. Der Knotenpunkt war Lagos, Nigeria, von wo PanAm die Post nach Miami, Florida, in die USA zu bringen pflegte. War dies nicht ein zu umständlicher Weg für einen Brief von Bombay (nächstgelegene Stadt zu Goa) nach London im Jahre 1945?"

09.08.2017: Herr Bornmann zeigt uns einen Beleg zu Nepal mit der folgenden Frage: "Dieser Brief von Calcutta an König Rajendra in Kathmandu, Nepal trägt einen CALCUTTA FREE-Stempel. Wer kann etwas zu diesem Stempel sagen?"

11.05.2017: Mr. Zahid Islam hat diese auffällige Links-Verschiebung des schwarzen Drucks gemeldet bei der UPU Ausgabe 1949 von Bahawalpur. Er hat bisher keine Beschreibung oder Literatur zu diesem Fehler gesehen. Kann jemand Hinweise geben oder Beispiele zeigen?

Kommentar von J. Wrede: In meinem Sammlungsbestand kann ich bei dieser Ausgabe horizontale Verschiebungen des schwarzen Drucks bis zu 3 mm erkennen. Allerdings weist das hier gezeigte Stück eine aussergewöhnliche Links-Verschiebung auf. Wenn ich das hier gezeigte Stück mit meinem Stück mit grösster Rechts-Verschiebung vergeliche, so ergibt sich ein Unterschied von gut 7 mm.
Es ist noch darauf hinzuweisen, dass auch vertikale Verschiebungen zu finden sind, so dass der Schwarzdruck die obere bzw. untere Schrift berührt oder sogar teilweise überdeckt.

01.03.2017: Herr Pfannkuchen hat uns diesen Brief zugesandt. Er wüsste gerne Details zu dem Brief. Insbesondere würde ihn interessieren, ob es sich bei dem Briefumschlag um ein "Schätzchen" oder etwas Wertloses handelt.
Es handelt sich um einen Brief, wohl 1935 nach USA verwendet, mit drei Marken von Tibet (Ausgabe 1933) und acht Marken Britisch-Indien aus den 30er-Jahren.

Hier klicken für eine grosse Abbildung

Unser Tibet-Spezialist Rainer Fuchs teilte am 04.04.17 mit: "Wertlos ist der Brief nicht, aber auch keine Rarität. Der Brief ist sicherlich philatelistisch inspiriert, die Portostufe sowohl der Tibetischen als auch der Indischen Frankatur ist dazu viel zu hoch. Ich kann aus dem Stegreif nicht sagen ob es sich bei der Empfängeradresse um eine bekannte Sammler-Adresse handelt.
Die Tibetischen Marken sind mit SHIGATSE Stempel der tibetischen Post gestempelt, die Indischen Marken mit dem GYANTSE Stempel der Britisch-Indischen Post in Tibet. Als wertsteigernd kann man sagen dass die 1 Tr. und 4 Tr. Marke (rot und grün) von Tibet gezähnt sind, die gab nur bei Drucken von den ersten Platten; das Stempeldatum der Britisch-Indischen Post von 1935 passt zu den gezähnten Marken.
Ich schätze den Wert auf ca. 150 Euro, als echte Bedarfsfrankatur wäre der Wert sicher höher."

08.02.2017: Von Herrn Becker (ein Sammler von nicht verausgabten Marken, dem wir schon einmal geholfen haben) erhielten wir folgende Anfrage:
"Der gezeigte Block Legendary Singers of Indiasamt zehn Einzelmarken wurde am 31.12.16 in Indien ausgegeben. Allerdings sollte eine ähnliche (dieselbe?) Ausgabe schon am 21.5.16 erscheinen. Angeblich kam diese aber nicht an die Schalter, da von den 10 gezeigten Sängern bereits fünf durch Markenausgaben geehrt waren. Die damalige Auflage wurde angeblich vernichtet.
Nun sehe ich aber keinerlei Unterschied zwischen der neuen und der unverausgabten Ausgabe. Kann es daher sein, dass die Ausgabe vom 31.12. einfach die eigentliche Ausgabe vom 21.5. ist und diese nun verspätet doch verausgabt wurde (sprich die Bestände NICHT vernichtet wurden)?"

Anmerkung des Editors: Mit dieser Ausgabe ist es schon seltsam. Die Marken wurden im Mai 2016 nicht ausgegeben, waren aber offenbar bald darauf (wohl illegal) im philatelistischen Markt erhältlich. Siehe dazu die beiden Auszüge aus BetterPhilatelie und RainbowStampNews als PDF.

1.02.2017: Von Herrn Eckstein erhielten wir folgende Anfrage zu einem Brief aus Britisch-Indien (Bombay) nach Ägypten (Kairo) vom 2. April 1887:
"Ich befasse mich z.Z. mit dem Nachporto von Ägypten. Da ich mich mit den Postgebühren von Indien nicht auskenne möchte ich sie um Hilfe bitten. Ich vermute, dass die Gebühr für die 4. Gewichtsstufe 12 Annas betrug, d.h. es fehlen 2 Annas umgerechnet 1 ägypt. Piaster gleich 2 ägypt. Piaster Nachporto."
Wer kann bei der Porto-Berechnung helfen?

Mausklick hier liefert grosse Abbildung Eine Frage unseres Mitglieds Fakhar Chaudry zu einem Brief aus Pakistan: "Ist der gezeigte Brief ein Bedarfsbrief? War 3½ As das Porto für normale Postbeförderung (ohne Luftpost) nach London? Oder ist das ein Gefälligkeitsstempel. Ich habe das Gefühl, dass dieser Absender gehäuft auf alten Briefen vorkommt."
Anmerkungen von J. Wrede: Das Datum des Stempels ist leider nicht lesbar. Nach /DI93/, S. 12 waren die Überdruckmarken offiziell bis 31.10.1949 gütig. Sicherlich gibt es auch noch spätere (geduldete bzw. versehentliche) Verwendungen. Zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit betrug das Porto nach /Ba16/ für Landbeförderung ins Ausland in Indien 3½ As für die erste Ounce. Dieses Porto kann man ziemlich sicher auch für Pakistan zu diesem Zeitpunkt annehmen. Zum 01.02.49 wurde nach /La01b/ in Pakistan das Porto für Auslandsbrief Landbeförderung auf 4½ As für die erste Ounce angehoben.
Das Porto mit dem nicht lesbaren Stempeldatum gibt also keinen Hinweis auf die Art dieses Briefes.

/Ba16/: Bayanwala, Shri Ashok Kumar. Postgebühren der Republik Indien, Landbeförderung international 15.8.1947 - 1.4.1957. In Indien-Report Vol. 46 (Januar 2016), No. 1, 1-36. ISSN 2198-4859
/DI93/: Doubleday, R., Isani,U.A. Pakistan Overprints on Indian Stamps and Postal Stationary 1947 - 1949. Islamabad 1993.
/La01b/: Lal, M.. Postal History of Pakistan - Part 7. In Stamps of India Collectors Companion, ISSN 0972-3587. No. 24, February 1, 2001. www.stampsofIndia.com

Bitte auf die Bilder klicken für grosse Abbildungen.
Herr Florian Pick hat uns einige Scans von Marken Indischer Staaten bzw. Britisch-Indien zugesandt. Er hat diese Marken durch einen Nachlass erhalten. Er beschreibt die Marken wie folgt: "Alle Marken sind ohne Gummi und haben keine erkennbaren Wasserzeichen. Das Papier ist leicht bräunlich mit Einschlüssen." Er wäre sehr dankbar für eine Einordnung nach Ländern und Katalognummern und falls möglich einer Einstufung des Wertes.
Anmerkung von J. Wrede: Erstaunlicherweise sieht das Papier für alle gezeigten Stücke ziemlich gleich aus. Das macht die Stücke für mich verdächtig, gefälscht zu sein.
13.02.2017: Unser Spezialist für Indische Staaten, Peter Röver, hat die Marken beurteilt und liefert folgende Einschätzung: "Alles ganz primitive Fälschungen aus den 60er Jahren. Markenbilder kaum zu erkennen, Bonbonfarben und Einheitspapier, wie Sie schon richtig vermerkten. ... Die Frage ist, ob man sie vielleicht zur Abschreckung als Fälschungssammlung nimmt. Aber eigentlich sind sie selbst dafür zu primitiv. Die einzige Marke, die eventuell gefährlich werden könnte, ist Jhalawar Nr. 2 (Marke B6 oben). Die sogenannten "Uglies" waren nie so hässlich."

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